Sage I
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Wer zuletzt lacht... |
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Zur Zeit der alten Römer verschlug es den bereits betagten Senator Dubius geschäftlich nach Hévíz. Seine Geschäfte liefen gut – im Gegensatz zu seiner Ehe: Dubia, seine „bessere“ Hälfte, war weit und breit gefürchtet, wegen ihrer sagenhaft schlechten Laune. Dabei war sie als junge Frau in ganz Rom für ihre Schönheit sowie ihr unwiderstehliches Lachen bekannt gewesen. Mit einigen Jahrzehnten mehr auf dem Buckel und Rheuma in den Gliedern war ihr allerdings beides abhanden gekommen.
Da zögerte Dubius nicht mehr lange und stieß sie einfach ins Wasser. Nicht ganz so einfach war es daraufhin für Dubia, wieder heraus zu klettern. Schilf und Seerosen hielten sie eine ganze Zeit lang gefangen, bis es einigen hilfreichen Bauern gelang, sie heraus zu fischen. Ihrem lauthals lachenden Gemahl schwor sie am Ufer triefend nass ewige Feindschaft. Als sie aber am nächsten Tag aufwachte, fühlte sie sich so erholt und gut gelaunt, wie seit vielen Jahren nicht mehr – und brachte zum ersten Mal seit langer Zeit ein strahlendes Lächeln zustande. Daraufhin badete sie jeden Tag freiwillig in eben diesem stinkenden See, fühlte sich mit jedem Bad jünger und sah auch so aus. Für Dubius hatte das Ganze allerdings ein böses Nachspiel. Zwar war er zunächst sehr glücklich über Dubias wundersame Wandlung. Aber nicht nur er bemerkte, dass ihre frühere Schönheit zurück kehrte: Ein über 20 Jahre jüngerer Soldat verliebte sich in die „Badende“ und brannte gemeinsam mit ihr durch. Dubius verwünschte daraufhin den See und zog zurück nach Rom. Aber Augenzeugen berichteten, dass sie ihn vor seiner Abreise noch einmal am See gesehen hätten, wo er mit erhobener Faust lauthals schwor, nie wieder zu baden.
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