Sage III

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Der verschmähte Romeo

Sándor Rezi, der Herr der Burg von Csobánc, war der gefürchtetste Schürzenjäger weit und breit. Und im Umkreis von 100 km war keine einzige Frau vor ihm sicher. Eines Tages aber war es um ihn geschehen - bei einem Ausritt in die Nähe der Burg Tátika sah er bei der Burgbastei das schönste Mädchen sitzen, das ihm je begegnet war: Klára Pethö, die Tochter des Herrn von Tátika.

Er ritt sofort zu ihrem Vater und hielt um ihre Hand an. Der alte Pethö wies ihn jedoch zurück. Rezi schlich von da an ständig um die Burg und versuchte noch einige Male, Pethö zu sprechen – ohne Erfolg. Zuletzt wusste er sich keinen anderen Rat mehr, als Burg Tátika anzugreifen. Er besiegte Pethö und raubte die ohnmächtig gewordene Klára, die er auf seine Burg brachte. 

Als Klára wieder zu sich kam, erklärte sie Sándor, dass er sie nicht heiraten könne. Denn erstens wären ihre Beine von Geburt an gelähmt. Und zweitens würde sie ihn nicht lieben.

Sándor wollte jedoch nicht aufgeben – er versprach ihr, mit der Heirat zu warten, bis ihre Beine geheilt wären. Er baute für sie ein Haus am Ufer des Sees von Hévíz und sorgte dafür, dass sie dort jeden Tag badete. Nach einigen Wochen konnte sie den ersten Spaziergang durch den Wald machen, nach einem halben Jahr rannte sie mit den Hunden um die Wette. Bis sie eines Tages aus dem Haus verschwunden war und nicht wiederkam.

Sándor ließ sie überall in Héviz suchen – jedoch ohne Erfolg. Als er müde und unglücklich in seine Burg zurückkam, fand er dort Klára. Sie erklärte ihm, jetzt, da sie gehen könne, wohin sie wolle, käme sie freiwillig zu ihm. Am nächsten Tag heirateten sie und lebten in Hévíz glücklich bis an ihr Ende.

 

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